Diese neuen Pfandautomaten sind ja inzwischen jedem bekannt. Sie sind groß, überflüßig und vor allem nervig. Jede Kassiererin kann 25 Flaschen River-Cola schneller abzählen als diese Maschine nach dem Barcode einer einzigen Flasche suchen. Warum es die nun gibt? Der einzige Grund ist wohl die automatische Zerkleinerungseinheit.
Wieviel die Dinger gekostet haben, will ich gar nicht wissen. Fest steht: Definitiv zu viel!
Heute war es nun wieder einmal so weit: Ich hatte ca. 18 Flaschen (Ele)Pfand. Erste Flasche rein… zweimal um die eigene Achse rotieren lassen… Barcode gefunden und ab ging die Reise in den Schredder. Bei der Zweiten war es leider nicht ganz so: Flasche rein… zweimal um die eigene Achse rotieren lassen… 3,1415 Sekunden Pause… … … . zweimal um die eigene Achse rotieren lassen… Pause Pause Pause Pause… Da ging nichts mehr. Das dezente rote Rettungswagen-Warnlicht begann zu rotieren und die Maschine gab nervige Pieplaute von sich. Da hab ich mich mal nach einem fähigen Mitarbeiter umgeguckt und siehe da: An der nächstgelegenen Kasse saß der Filialleiter. An seiner Kasse befand sich zum Zeitpunkt meiner Anmerkung eine 8 Personen lange Schlange von Muttis und Frauen die dabei waren welche zu werden… Mord und Totschlag lag in der Luft, denn der Filialleiter erhob sich aus seinem Sessel um sich mir und dem Pfandautomaten zu widmen. “Cool”, dachte ich, “prompter Service!” …
Der gute Mann fragte mich, ob ich Kleingeld in den Automaten getan hätte, dass zerstöre nämlich die rotierenden Förderbänder. “Ne, nur einen 50€ Schein und den hätt ich jetzt gern wieder!” Der Filialleiter konnte sich (zum Glück) ein kleinen Grinsen abringen. Die Mam’s jedoch nicht.
Der Herr Filialleiter nahm seinen Schlüßel aus der Hosentasche und öffnete damit das Wunderwerk der Technik. Soviel kann ich sagen: Das Teil sieht von Innen aus, wie der Sicherungskasten der Enterprise. Nach zwei prüfenden Blicken landete der Finger des Filialleiters auf dem ca 5 cm breiten, runden, nicht übersehbaren “RESET”-Knopf.
“Strg+Alt+Entf” wäre auch nicht schlecht, dachte ich mir und vermutete das Schlimmste: Windows auf diesen Kisten!! In Hamburg ist das ja nichts Ungewöhnliches. Selbst die InfoScreen-Monitor in den U-, S- und A-Bahnen laufen auf/mit/unter Windoofs. Ja, wir haben in Hamburg wirklich “USA”-Bahnen…
Nun denn, Klappe wieder zu. Mein Blick neigte sich neugierig dem kleinen LCD-Monitor an der Vorderseite. BootScreen Teil1, Bios: Pentium III 500Mhz. Mhh, wenigstens ist hier kein topaktueller Hyper-ichdrehamradundkannnichtmehraufhörenzuspielen-Pentium eingebaut. Müssen doch relativ kluge Leute entwickelt haben.
BootScreen Teil2, Lilo-Bootmanager. What? Ich atmete auf. Linux auf diesen Kisten? Ja sehr schön. Welche Distribution konnte ich leider nicht entdecken, ich vermute aber Suse. Es sah irgendwie aus wie bei mir zu Hause und es hat auch genau so lange gedauert, bis die Kiste wieder lief. So schlappe 4,5 Minuten. Dann durfte ich wieder Sachen “einführen” aber diesmal ganz sanft und vorsichtig. Wollte den kleinen Pinguin im Plastikkasten ja nicht nochmal ärgern. Die Muttis auch nicht, denn die freuten sich wieder einen Keks, als der Chef zu ihnen an die Kasse zurückkehrte.
Zum Glück leben wir im Zeitalter von jeder Menge Elektronik-Scheiße und so konnte ich Teile des Bootvorgangs aufnehmen. Wenn mich nochmal jemand fragt, warum man ein Handy mit Cam braucht: Darum!
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24 Responses to “Aldi – behind the scenes”
Moin,
nun ist es passiert, Menschen fangen an Bootvorgänge von Aldi Getränkerückgabeautomaten aufzunehmen =)
Eine neue Era ist herangebrochen …
Ne ist ja echt mal geil die Story, hätte mir zwar noch nen Showdown zwischen einer Kassenschlangenlady und dir gewünscht, wie ihr euch um den Filialenleiter rauft, aber vll beim nächsten mal.
Grüße
sebastian
P.S. “Opensource vernichtet Müll”
@mimi: ja, Sam & meiner einer kommen. ich darf nämlich auch schon eher da sein, um die Tontechnik zu basteln…
juhu! Kabelsalat
gute fotos, enter prize jetzt!
ist eigentlich einer von euch am samstag in hamburg? vier schauen nämlich auch vorbei. mhmhmh!
Aldi muss wohl mal zeigen, das sie so richtig viel Schotter haben!
Hehe.. wieder was gelernt ^^
Wofür steht eigentlich das “A” in USAR?
A = AKN = Altona Kaltenkirchen Norderstedt
glaub ich….
N = Neumünster. Norderstedt zählt nicht
Och Mist, aber Norderstedt ist doch eine Weltstadt.. Deutschlandweit die Speerspitze in der Verbreitung von Glasfaser-Super-Internetleitungen.. Nagut, ist Neumünster bei AKNe
Autokraft gibts auch, das ist imo ein Busunternehmen.
Aber AKN war nach Daniels Korrektur richtig: AKN
Ähm.. steht das AKN nicht für Autokraft Nord?!
Schöner Bericht, Dan!
Gut, das!
Und Du bist genau so krank wie ich, was die Handycam angeht!
s/ß/ss! (überflüßig, Schlüßel, etc. pp)
einfach immer ss nehmen, dann ist man statistisch häufiger auf der richtigen seite (und falls jemand sich beschwert, einfach die “ich bin schweizer”-trumpfkarte ziehen!)
http://forum.ubuntuusers.de/topic/48466/
hat ein Foto, nachdem es sich offenbar um Debian GNU/Linux handelt, nicht SuSE.
@ich: Da kannst du Recht haben. Suse war auch nur eine Vermutung, da ich es nicht erkennen konnte. Trotzdem Danke!
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1326304
sehr interessanter bericht…. man kommt ins nachdenken!
Aber Gunnar/Bernhardt, warum schreibst du denn im Abstand von 15 min. zweimal unter unterschiedlichem Namen?
lol..es lebe der “admin-status”
Ааану-ка ребятки голосуем!!!
Признавйатесь пркоазники и владлеьцы вайта http://www.sprottenblog.de ))))
ЧТО вы будете делать этим леттом?!
Hier geb ich dann nochmal nen Running-Gag zu dem Thema:
“Und als Dateisystem verwendet das Linux-Pfandautomatensystem dann bestimmt SquashFS!”
Is’ der nicht gut? *duck*
Ahja, soweit ich weiß, läuft auf den Aldi-Kisten ein Debian.
@Chris:
Sauber! Und kein bisschen “flach”
Hi.
Good design, who make it?
Kleiner Tipp:
In allen mir bekannten Automaten (und das sind nicht nur 1-200) läuft ein bis auf’s notwendigste abgespeckte Linux…
Linux zählt euch in der Regel übrigens auch auf der Autobahn (Nein, nicht die Mautstationen).
ANSI
[...] berichtet Windows vs. Linux (auch die Kommentare lesen, da findet man auch Hinweise auf z.B. das Sprottenblog, das über Einwegrecycle-Automaten [...]