20
Apr

Abmahnungen sind in der Blogosphäre ja eine heikle Sache.
So ziemlich jeder Blogger kennt einen anderen Blogger, der schon mal mit leerem Portmonä.., Prortemon…, Geldbörse einer Abmahnung entgegen sehen musste. Da ist es ja kein Wunder, wenn man als Blogbetreiber dann sensibilisiert ist und Mails von Anwälten und Kanzleien besondere Aufmerksamkeit schenkt.
Ist es nun Spam, meint der Paragraphen-Heini das ernst oder wollen mich da ein paar frühpupertäre Kiddies einfach nur verarschen??

Heute früh fand ich eine Email im Postfach, die auf den ersten Blick durchaus seriös schien und bis auf die fehlenden Umlaute im Text auch kaum verdächtig war. Auf den ersten Blick.

Der/die/das Absender hat aber ein paar folgenschwere Fehler begangen:

  • FUCK YOU!! #1 – Die Adresse an die die Mail ging, war nicht die, die ich hier im Impressum hinterlegt habe.
  • FUCK YOU!! #2 – Die Email-Adresse des Absenders ist so nicht in Ordnung. Es wurde also nur ein Alias benutzt und die eigentliche Mail-Adresse hört auf den Nachnamen “*.ru”. Vielen Dank ihr Vodkasäufer!
  • FUCK YOU!! #3 – Es gibt diverse Fälle bei Google nachzulesen, die diese oder ähnliche Emails des gleichen Absenders bekommen haben.
  • FUCK YOU!! #4 – In der Email werde ich gebeten Stellung zu beziehen und eine Unterlassungserklärung abzugeben. Tja, dumm nur, dass ich außer einem Absendernamen keinerlei Anschrift und Kontaktdaten des Betroffenen habe.
  • FUCK YOU!! #5 – Nett ist auch die Gewährung einer Zweitagesfrist, die am Sonntag ausläuft. Das schafft selbst die gute alte Post nicht mit Sicherheit. Einfach unüblich.
  • Bleibt also cool, wenn ihr so eine E-Mail in eurem Postfach findet! Sucht nach offensichtlichen und formalen Fehlern und ihr werdet schnell erkennen, dass es nur ein schlechter Scherz ist.

    An dieser Stelle vielen Dank an den Malcolm, der mich in anfänglich tiefer Trauer um mein nicht vorhandenes Erspartes sofort bereitwillig in den Arm nahm und mir Dank Opa Google aufzeigte, dass ich meine 3 Euro auf meinem Sparbuch lassen kann.

    Wen es noch interessiert: Hier die Mail.

    Unverlangte Werbe-E-Mails an meine Adresse info@***

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    am 15.4.2007, 13:46 Uhr erhielt ich unverlangte Werbe-E-Mails Ihrer
    Webseite www.sprottenblog.de auf meinen beruflich genutzten E-Mail-Account.

    Ich habe bislang keinerlei Kontakt zu Ihrem Unternehmen gehabt oder die
    Zusendung derartiger Mails in irgendeiner Art und Weise angefordert.
    Insbesondere habe ich mich nicht in eine irgendwie geartete Mailingliste
    eingetragen um derartige Informationen zu erhalten. Die Beweislast fuer eine
    solche Eintragung liegt nach der Rechtsprechung ohnehin auf Ihren Seiten.
    Wie Ihnen sicher bekannt ist, stellt die Werbung mittels E-Mail eine
    unzulaessige und unterlassungsfaehige Belaestigung im Sinne von Paragraph
    823, 1004 BGB dar, da sie die Aufmerksamkeit des Betroffenen ueber Gebuehren
    hinaus in Anspruch nimmt und zu einer unzumutbaren Belastung des Privat- und
    Arbeitsbereichs fuehrt. Bei dem Versand auf beruflich genutzten
    Mail-Accounts liegt zudem ein zielgerichteter Eingriff in den eingerichteten
    und ausgeuebten Gewerbebetrieb gemaess Paragraph 823 Abs. 1 BGB vor.
    Dies ergibt sich bereits aus der bislang bestehenden Rechtsprechung und ist
    seit der juengsten Aenderung der TKV und der EU-Richtlinie ueber die
    Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphaere in der
    elektronischen Kommunikation auch geltendes Recht in Deutschland. Selbst
    wenn Sie die fraglichen Werbe-E-Mails nicht selbst geschrieben haben, so
    haften Sie als Verantwortlicher fuer die geworbene Seite in jedem Fall als
    mittelbarer Stoerer.

    Ich fordere Sie daher auf, bis
    22.4.2007, 12.00 Uhr hier eingehend,

    eine Unterlassungserklaerung dergestalt abzugeben, es bei Meidung einer
    Vertragsstrafe von Euro 5.100,00 fuer jeden Fall der Zuwiderhandlung zu
    unterlassen, an meine o.g. E-Mail-Adresse Werbenachrichten per E-Mail zu
    versenden, es sei denn, der Unterzeichner hat zuvor dem Versand
    ausdruecklich zugestimmt oder es hat zuvor eine Geschaeftsbeziehung
    bestanden.

    Zudem werden Sie aufgefordert, gemaess Paragraph 34 BDSG Auskunft darueber
    zu erteilen:

    1. Welche Daten ueber mich bei Ihnen gespeichert sind und aus welcher
    Quelle Sie diese Daten gewonnen haben.

    2. Welcher Zweck mit der Speicherung dieser Daten verfolgt wird.

    3. An welche Personen oder Stellen diese Daten uebermittelt wurden.

    Die Abgabe dieser Erklaerung erwarte ich ebenfalls innerhalb der Ihnen
    gesetzten Frist bis zum 22.4.2007.

    Sollten Sie innerhalb der gesetzten Frist nicht die Unterlassungs- und
    Datenschutzerklaerung abgegeben haben, so werde ich unverzueglich
    gerichtliche Schritte gegen Sie einleiten.
    Eine Kopie sende ich an meinen Rechtsanwalt: kanzlei@***
    Dieser wird den Landesdatenschutzbeauftragten informieren. Ausserdem geht
    eine Meldung an die Wettbewerbszentrale und den Verbraucherschutz.
    Eine Ordnungswidrigkeitenanzeige behalte ich mir vor, da Sie nicht im
    Betreff Ihrer Mail zu erkennen gegeben haben, dass es sich um Werbung
    handelt.

    Mit freundlichen Gruessen
    Lori Rockermeier

    *** Unter falschem Vorwand genannte, unbeteiligte Webseiten und Personen wurden entfernt.

    13 Responses to “Ich reiß dir den Kopf ab, Mo’fucka!”

    [...] Wenn E-Mails stinken würden, hätte die Abmahnung an Freund Daniel nach ranzigem, kurzpimmeligem Versager gestunken, dessen einzige sexuelle Erfahrung darin bestanden haben dürfte, der eigenen Schwester beim Duschen zugeschaut zu haben. Wie wir alle wissen, sind Spammer mindere Wesen, die gern Amokläufen zum Opfer fallen dürften, ohne, dass ihnen eine Träne nachgeweint werden würde. Von daher ist es nicht überraschen, dass einer dieser hassenswerten Geschöpfe in diesem Fall einen ganz verachtenswerten Schachzug durchgeführt hat, um unseren geliebten Daniel einen Schrecken einzujagen. Und der sah so aus: Unverlangte Werbe-E-Mails an meine Adresse info@*** [...]

    öhm…das macht doch so o der so wenig sinn. Eine abmahnung verschickt nicht der abmahnende, sondern im regelfall doch ein rechtsanwalt in dessen auftrag. das was abmahnungen so beliebt macht ist ja, dass dabei für den abgemahnten sofort (auch im zunkünftigen unterlassensfall) gebühren anfallen. der mahnende musste einen anwalt beschäftigen fordert seine kosten nun ein.
    leider ist es verbotener weise ja nun scheinbar alle dann und wann der fall, dass sich abmahner und rechtsanwalt in sofern einigen, dass sie sich das geld teilen. das ist nicht erlaubt. eingefordert werden dürfen ja nur die kosten, die der mahner hatte, weil er z.b. einen anwalt beschäftigen musste.

    mal davon abgesehn: in der mail wird ja erstmal gar kein geld verlangt oder versteh ich das alles falsch?

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    marian
    April 20th, 2007

    Das ist ja alles gut und schön bzw eh klar. Mir ging es nur um die Dreistigkeit wie heute Spam “aussieht” und was für einen Schrecken man zuerst bekommt… Immerhin stünde ich trotz 10 Mitschreiberlingen hier auf diesen Seite definitiv ganz alleine da, falls mal eine echte Abmahnung daher geflogen kommt. Und dass muss ja nicht, nej?

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    April 20th, 2007

    Fuck you, you fucking fuck! :-)

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    April 21st, 2007

    Boah hab ich grad Bock auf Big Lebowski!! ;-)

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    April 21st, 2007

    Shopblogger Björn scheint auch betroffen: http://www.shopblogger.de/blog/archives/4987-Spam-oder-kein-Spam.html

    AntwortenAntworten
    April 21st, 2007

    Das Teil hat locker 10 Blogger erwischt. Schweinerei…

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    April 21st, 2007

    HIMMEL!
    Warum hast Du nicht angerufen – ich hab’n Messer!

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    April 21st, 2007

    [...] Zuerst dachte ich an eine optische Täuschung, doch wie sich rausstellte sind mehrere Blogger in letzter Zeit von dieser eMail befallen worden: [...]

    Das ist fast genau das selbe scheiß ding wie ich bekommen habe!
    Mal ehrlich, da wird einen zum kotzen schlecht *grml*

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    April 21st, 2007

    Wieso “Vielen Dank Ihr Wodkasäufer”?

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    April 21st, 2007

    @MC: Ich wollte ;-) Dein Messer ist legendär!
    @Fritten: Nervig, ne? Wenn ich den in die Finger bekomme…
    @ralphs: Der V/Wodka bezieht sich auf das Ursprungsland der Mail. Soweit ich dass verfolgen konnte, kam diese aus Russland. Und ich versichere hier lieber schon mal vorsichtshalber, dass ich nichts gegen Russen habe! Nur gegen der, die, das Absender der Mail. Aight?!

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    April 22nd, 2007

    [...] Spampost immer dreister! yigg_url=’http://www.blogsprache.de/2007/04/21/spampost-immer-dreister/’;Zuerst dachte ich an eine optische Täuschung, doch wie sich rausstellte sind mehrere Blogger in letzter Zeit von dieser eMail befallen worden: [...]