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Aug

08.08:
Nach einem angenehmen Flug erstmal am Flughafen orientiert. Alles sehr verwinkelt und groß, aber sehr gut ausgeschildert. Kohle geholt: ₤ 100. Dann erstmal ab zur Gloucester Road zu unserem Hotel.
Dort erfahren wir: einchecken erst ab 14 Uhr (wir sind natürlich um 10 Uhr dort). Naja, Koffer abstellen und Gegend erkunden.
Gleich zwei Starbucks und ein Burger King um die Ecke. Ansonsten sehr nobler Ortsteil (Kensington), überall sind Porsche geparkt und einen Ferrari-Händler gibt es auch. Zufällig finden wir Kensington Gardens, kombiniert mit Hyde Park und Dianas letzter Wohnort. Nein, nicht im Park, aber dort im Palast. Round Pound (runder See) umgangen und schon viele Vogel-Fotos gemacht. Toilette gesucht, nicht gefunden, aber beim Italiener gabs dann doch eine.
Wieder im Hotel. Erster Eindruck vom Zimmer: viel zu teuer für die Größe. Ein King-Size-Bett, rundherum einen halben Meter Platz. Am Fenster ein Sessel und kleiner Tisch. Badezimmer klein, aber iO. Schrankinneres: 6 Bügel und keine Ablageflächen. Naja, müssen wir halt aus dem Koffer leben. Der steht natürlich auch im Weg, weil nirgendwo Platz. Trotzdem okay und wir machen ein Probeschläfchen auf dem Bett.
Abends dann richtig in den Hyde Park. Familientreffen von Arabern und Indern, viele Kinder, total toll. Gehen rund um den Park, gehen zufällig bei Harrods vorbei, schade, hat schon zu. Dann ein McDonalds. Mittlerweile ist es 22 Uhr und wir schieben uns fröhlich Burger rein. Und wie ich finde, schmeckt der Cheeseburger in London anders als hier, irgendwie süßer (komischer Senf). Gewöhnungbedürftig, aber der Hunger treibts rein. Dann gegen 23 Uhr wieder im Hotel. Totmüde ins Bett und die Füße tun auch schon weh.

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09.08.:
Testen des Frühstücks, laut Reisebüro: englisch. Hm, Müsli, Schokobrötchen, Croissants, Toast, Kaffee, Tee, Säfte. Wir können zufrieden sein. Zum Glück Buffett, also reinhaun, was das Zeug hält.
Wir stehen Punkt 10 Uhr vor dem National History Museum, noch kaum jemand da. Plötzlich wird irgendwo seitlich ein Tor geöffnet, nur nicht bei uns. Naja, ca. 100 Leute vor uns, kommen aber nach einer groben Taschenkontrolle rein. Dinos, “normale” Tiere, Aufklärung für Kinder. Alles in allem interessant, aber etwas zu kindlich gemacht. Trotzdem beeindruckend, mal ein richtiges Dinosaurierskelett zu sehen.

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Wir fahren weiter zum Piccadilly Circus, wollen von dort zu Big Ben. Leider gleich die falsche Straße genommen, aber dann zufällig an St. James`s Palace vorbeigelaufen. Quer durch den Park und bei den Horse Guards vorbei erreichen wir die Themse. Einmal zum London Eye rüber (eine Schlange bis nach Deutschland) und dann Richtung Houses of Parliament.

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Wieder am Piccadilly Circus zu Pizza Hut. Ja, hier gibt es Pizza Hut Restaurants ohne Ende und Hamburg hat keins! Von dort aus die “typisch Touri” Stadtrundfahrt mit dem Bus gemacht. Total spaßig und vor allem: man muss nicht laufen. Nach einer Stunde “hop off” am Buckingham Palace. Typisch Schloß: groß, bewacht und protzig – zumindest die Eingangstore (Gold so weit das Auge reicht). Kleinen Abstecher in Harrods, aber zu kaputt und dort lange zu verweilen. BETT!

10.08.:
Wieder am Piccadilly Circus (bei unserem Hotel fährt nun mal die Piccadilly Line), von dort aus zu Fuß zum Trafalgar Square. Schöne Säule, großer Platz, leider wieder Baustelle drumherum, wie fast überall, wie wir feststellen. An der Downing Street beim Premierminister vorbeigehuscht und zur Westminster Abbey gelaufen. Füße melden sich bisher noch nicht mit Schmerzen. Die Kirche ist toll, mit sehr vielen Gräbern und wir werden meist durch amerikanische Pfadfinder bedrängt. Wir kehren bei Little Frankie´s ein, um einen sehr leckeren Burger zu essen. Die Pommes sind übrigens ungeschält, sehen wesentlich gesünder aus, schmecker super. Danach gehen wir zur Themse runter und nutzen dort unsere mit der Stadtrundfahrt gekauften Tickets für eine Themsenfahrt. Eine Stunde gemütlich sitzen und Wind spüren (bei 25° C sehr angenehm). So haben wir einen weiteren Überblick über die Stadt bekommen. Erstmal ruhen wir uns eine Runde im Hotel aus. Gegen 20 Uhr fahren wir zur Tower Bridge. Natürlich sehen wir uns dann auch den Tower of London an, erstmal nur von außen, weil ja schon zu. Der Big Ben ist ebenfalls schön beleuchtet.

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11.08.:
Wir machen eine von unserem Reiseführer empfohlene Fußtour vom Trafalgar Square zur Tower Bridge. Dabei kommen wir auch Covent Garden vorbei, wobei wir uns natürlich das Straßentheater ansehen. Meist machen dies Comedians, welche dann auch extra für Jörn posen:

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Wir kaufen uns einen Ekel-Kaffee in einem kleinen Laden. Wir schmeißen den Ekel-Kaffee in den nächsten Mülleimer und holen uns einen leckeren Kaffee bei Starbucks (gleich um die Ecke). Wir kommen bei St. Pauls Cathedral an und suchen vergeblich einen Mülleimer für unsere Kaffeebecher. Nur mal nebenbei: “to go” ist mal wieder eine deutsche Erfindung, in London heißt es “take away”. Jörn lässt die Kaffeebecher geschickt irgendwo stehen und wir sehen uns die Kathedrale an. Nur zu empfehlen, wunderschön! Wir steigen natürlich auch hoch zur Kuppel und bekommen kurzfristig auf der Treppe einen Anfall von Claustrophobie. Aber die Aussicht muss man gesehen haben. Wir müssen weiter, haben noch viel zu sehen.
Wir benutzen die Millenium Bridge und machen die Tower Bridge Besichtigung. Ist ganz nett, kann man sich aber auch sparen.

12. 08.:
Wir besuchen die Docklands, sind aber irgendwie auf der falschen Ecke. Es ist kaum was los. Aber zumindest können wir zurück die DLR ohne Fahrer benutzen. In der National Gallery halten wir uns nur kurz auf. Wir fahren in die Oxford Street und genießen das Einkaufen am Sonntag. Dort haben irgendwie alle Geschäfte geöffnet. Außerdem statten wir “Metal Militia” einen Besuch ab und sind zuerst verwundert, dass es oben nur Souvenirs gibt. Als wir dann den Keller finden, gibt es tatsächlich auch Metal-Kram. Nach einer Besichtigung eines weiteren McDonalds und einem Spaziergang durch Soho stellen wir uns dann doch am London Eye an. Für ₤ 15 eine großartige Aussicht über London und Umgebung.

13.08.:
Nachdem wir am Tag zuvor vergeblich am Buckingham Palace auf den Wachwechsel gewartet haben, ist es heute so weit. Es sammeln sich um die 1000 Menschen und wollen Blasmusik hören und Männer in Uniform (ui) sehen.

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Nach ca. 2 Stunden mit vielen Menschen fahren wir nochmal nach Covent Garden. Ist einfach so schön dort. Wieder Comedians, die uns prächtig unterhalten.

14.08.:
Heute ist nochmal Kultur angesagt. Das British Museum beschert uns starke Fußschmerzen, aber auch jede Menge interessante Infos. Sollte man sich auf jeden Fall ansehen, wenn man auch nicht jeden Bereich abklappern muss.

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Nach reiflicher Überlegung kaufen wir uns nun doch Tickets für den Tower of London (₤ 16). Im Nachhinein aber die richtige Entscheidung. Ein sehr altes Gebäude mit vielen coolen Ecken. Auch die Kronjuwelen befinden sich dort, welche für uns Frauen natürlich besonders interessant sind. Ich, die ja nun eigentlich nicht so das Glamour-Girl ist, war dann doch von dem ganzen Glitzer beeindruckt. Weiterhin haben wir beim Anstehen zur Folterkammer eine witzige Familie aus Lingen (bei Osnabrück) kennengelernt. Hier ein Gruß aus Norderstedt!

15.08.:
Abflugtag. Aber erst am Abend. Daher einfach nur Sachen packen und auschecken. Die Koffer dürfen wir wieder im Hotel lassen. Wir beschließen nochmal zum Round Pound zu gehen und die süßen, kleinen Stare zu füttern. Nach einem kurzen Regenschauer gehen wir extra nochmal zurück zu Waitrose (Supermarkt), um neue Kekse zu kaufen. Mit einem Starbucks-Kaffee kehren wir wieder zum Round Pound zurück.

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Gegen 3 fahren wir in der überfüllten Bahn nach Heathrow. Einen Sitzplatz kriegen wir natürlich nicht mehr. Am Flughafen klappt das Einchecken problemlos und wir haben noch genügend Zeit, uns einen Nikotinvorrat vor dem Flug anzulegen. Natürlich nur in speziellen Raucherzonen. Eine Stunde vor Gate-Schließung und 3 Zigaretten später gehen wir durch die Sicherheitskontrollen. Im Tax-Free-Bereich ziehen wir uns für die letzten Pfünde noch nen Kaffee rein und geben den Rest als Trinkgeld. Pünktlich am Gate werden wir von einem offensichtlich homosexuellen Mitarbeiter lautstark begrüßt: “Wellcam to se Fleit to Hämbörg, Djermany!”. Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen. Bei Gate-Schließung stehen schon die voreiligen Passgiere nervös auf. Der freundliche Mitarbeiter weist per Lautsprecher darauf hin, dass es noch technische Probleme gibt und das Boarding noch verschoben werden muss. Wie beruhigend. Eine Viertelstunde später können wir dann endlich an Bord. Leider regnet es ziemlich stark und bei der Fahrt zur Startbahn bildet sich eine lange Schlange von Flugzeugen. Der Start selbst auch sehr rumpelig und ich mit leichter Flugangst dann schon sehr verkrampft. Aber über den Wolken gehts dann ja schon wieder. Der Pilot gibt Gas und die Flugbegleiter müssen sich ziemlich mit den Getränken und Broten beeilen (mittlerweile haben wir eine Stunde Verspätung). Lustig zu beobachten. Jörn geht nochmal auf die Toilette und da gibt es wieder Turbulenzen (Greta lacht bitte nochmal herzlich). Was der Jörn da wohl gemacht hat? Im Landeanflug stehen mal wieder Passagiere auf und holen was aus ihren Taschen. Die Flugbegleiter sehen schon ziemlich genervt aus. Eine Gewitterwolke, wie schön. Draußen zucken Blitze und ich nehme meine Hände schon gar nicht mehr von den Armlehnen. Meine Finger haben sich eh schon reingekrallt, dass ich sie später mühsam rauspulen muss. Ein paar Luftlöcher und einer schlingernden Landung später sind wir dann endlich zurück in Hamburg. Puh!

Das Ende vom Lied: ₤ 600 (900 €) an Taschengeld ausgegeben, 1500 Fotos gemacht, aber viel Spaß gehabt und braun geworden.
Danke für die Aufmerksamkeit!

One Response to “ausführlicher Urlaubsbericht: London”

Wow, das geht als Reiseführer durch ;-)

August 20th, 2007